Arbeitsbereich Arbeitsschutz und Arbeitsqualität

Evaluation der Offshore-Arbeitszeitverordnung (Offshore-ArbZV)

Hintergrund

Die Verordnung über die Arbeitszeit bei Offshore-Tätigkeiten (Offshore-ArbZV) ist am 1. August 2013 in Kraft getreten. Zu diesem Zeitpunkt waren neben der Erdgas- und Erdölförderung zwei Offshore-Windparks im Betrieb (alpha ventus, Baltic 1) und sieben weitere im Bau (BARD Offshore 1, Riffgat, Meerwind Süd/Ost, Global Tech I, DanTysk, Nordsee Ost und Trianel Windpark Borkum). Zum 15. Juli 2016 sind nach Informationen der Stiftung Offshore-Windenergie 15 Offshore-Windparks im Betrieb und fünf weitere befinden sich im Bau.

Mit der Evaluation der Offshore-ArbZV soll die Umsetzung und Anwendung der Verordnung analysiert, potenzielle Wirkungskanäle der Offshore-ArbZV identifiziert und, sofern möglich, Wirkungsmechanismen und Wirkungen der Verordnung ermittelt werden.

Aufbau der Evaluation

Mit der Evaluation der Offshore-ArbZV wurde das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH beauftragt, die diese mit der INTEC Industrie-Technik GmbH & Co. KG sowie der SOKO-Institut GmbH als Unterauftragnehmer durchführen wird. Die Evaluation besteht aus drei Arbeitspaketen:

Arbeitspaket 1: Explorationsstudie

Die Explorationsstudie gliedert sich in zwei Bestandteile. Einerseits soll im Rahmen von Experteninterviews die Implementation der Offshore-ArbZV analysiert werden. Als Adressaten der Experteninterviews sind auf betrieblicher Ebene Interviews mit Unternehmensvertretern/-innen, Betriebsratsmitgliedern und Akteuren des betrieblichen Arbeitsschutzes geplant. Auf überbetrieblicher Ebene werden Sozialpartner, Aufsichtsbehörden und sonstige Stellen aus dem Arbeitsschutz, Interessensvertretungen der Branche, sowie weitere Stellen angesprochen.

Um die Datenbasis zu erweitern ist eine standardisierte telefonische Befragung Offshore tätiger Betriebe geplant. Hierüber sollen auf einer breiten Grundlage Informationen gewonnen werden, die Aufschluss über die Umsetzung der Offshore-ArbZV geben. Zusätzlich werden weitere Datenquellen für die Evaluation erschlossen und, sofern verfügbar und zielführend, ausgewertet.

Arbeitspaket 2: Fallstudien

Im Rahmen der Fallstudien soll die Umsetzung der Offshore-ArbZV anhand von drei Fallbeispielen detaillierter untersucht werden. Eine Fallstudie berücksichtigt die wichtigsten Akteure eines Offshore-Windparks im Betrieb, eine weitere befasst sich mit einem Windpark im Bau und schließlich wird eine Fallstudie im Bereich der Erdöl- und Erdgasförderung durchgeführt. Es ist geplant, in den Fallstudien folgende Themen auf den unterschiedlichen Ebenen anzusprechen:

  • Individuelle Ebene: Umfang und Definition der Arbeits- und Ruhezeiten, psychische und physische Belastungen, Ausgleichsmaßnahmen, Häufigkeit von (Bei­na­he‑)Un­fäl­len etc.
  • Betriebsebene: Veränderungen in der Arbeitsorganisation, neuer Ver­wal­tungs­auf­wand, Personalstruktur, Häufigkeit von (Beinahe-)Unfällen, Betriebsklima etc.
  • Überbetriebliche Ebene: Veränderungen für das Aufsichtshandeln und insbesondere die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen

Als Ergänzung zu den Fallstudien wird bei einigen Offshore arbeitenden Beschäftigten der an den Fallstudien teilnehmenden Betriebe eine Zeitbudgeterhebung durchgeführt. Diese soll einen Einblick in den Tagesablauf Offshore arbeitender Beschäftigter geben, um dadurch mögliche Einflussbereiche der Offshore-ArbZV auf den Arbeitsalltag der Beschäftigten zu identifizieren.

Arbeitspaket 3: Standardisierte Beschäftigtenbefragung

Es wird die Möglichkeit geprüft, die aus den Fallstudien erlangten Erkenntnisse  mit einer standardisierten Beschäftigtenbefragung einer breiteren Überprüfung zu unterziehen. Da es kein bundesweit geführtes Adressverzeichnis für Offshore-Personal gibt, wird im Rahmen der Evaluation eruiert, inwieweit über andere Quellen wie Unternehmen, die Offshore-Schulungen anbieten, Trainings- und Schulungszentren oder über Fachärzte/-ärztinnen für Arbeitsmedizin, die Untersuchungen der Offshore-Tauglichkeit durchführen, ausreichend Kontaktdaten für eine standardisierte Befragung gesammelt werden können. Sollte eine standardisierte Beschäftigtenbefragung mit einem vertretbaren Aufwand umsetzbar sein, soll diese ggf. telefonisch durchgeführt werden.

Methoden

Im Rahmen der Evaluation wird ein breites Spektrum folgender Methoden umgesetzt:

  • Durchführung von insgesamt 60-65 leitfadengestützten Interviews
  • Auswertung verfügbarer Daten zum Offshore-Bereich
  • Standardisierte Befragung von 100 im Offshore-Bereich tätigen Betrieben
  • Zeitbudgeterhebung bei ca. 15 Beschäftigten aus dem Offshore-Bereich
  • Optional: Durchführung einer standardisierten Befragung von etwa 1.200 Offshore tätigen Beschäftigten

Für alle Interviews und Fallstudien sowie standardisierten Befragungen gilt auf allen Ebenen das Prinzip der Freiwilligkeit. Das Forschungsteam aus ISG, INTEC und SOKO-Institut sichert die strikte Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben und Regelungen zu. Insbesondere werden alle Kontaktinformationen nach Abschluss der Evaluation unwiederbringlich gelöscht und alle Auswertungen sowie Ergebnisdarstellungen erfolgen ausschließlich in anonymisierter Form.

Verffentlichung:
noch keine (laufendes Projekt)

Mitarbeiter: Dr. Michael Fertig, Helmut Hägele, Franziska Maier, Hans Verbeek

Auftraggeber: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Laufzeit: November 2016 bis Oktober 2017

Status: laufend

Kooperationspartner: INTEC Industrie-Technik GmbH & Co, SOKO-Institut GmbH

Hans VerbeekEvaluation der Offshore-Arbeitszeitverordnung (Offshore-ArbZV)
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