Ziel: Eine bundesweite Datengrundlage zu Kindern mit Behinderungen in Pflegefamilien schaffen
Wie viele Kinder und Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen leben im Rahmen der Eingliederungshilfe nach dem SGB IX in einer Pflegefamilie? Bislang fehlt hierzu eine belastbare bundesweite Datengrundlage. Im Auftrag des BMBFSFJ untersucht das ISG deshalb Umfang und Merkmale dieser bislang statistisch nicht gesondert ausgewiesenen Personengruppe. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für die fachpolitische Bewertung und mögliche Weiterentwicklung der Unterstützung von Pflegekindern mit Behinderungen und ihren Pflegefamilien schaffen.
Methodisches Vorgehen
Die Untersuchung verbindet eine statistische Bestandsaufnahme mit einer bundesweit gestreuten Online-Befragung von Leistungsträgern der Eingliederungshilfe. Auf Basis einer nach Bundesländern sowie Stadt und Land ausgewogenen Stichprobe werden Fallzahlen und Merkmale der betroffenen Kinder und Jugendlichen erhoben. Ein gemeinsam mit dem BMBFSFJ abgestimmter Kurzfragebogen erfasst Alter, Geschlecht, Art der Beeinträchtigung, Dauer der Betreuung in der Pflegefamilie, weitere Leistungen der Eingliederungshilfe und die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern. Nach einer Plausibilitätsprüfung werden die Befragungsdaten differenziert ausgewertet und mithilfe statistischer Rahmendaten auf Landes- und Bundesebene hochgerechnet.
Erwartbare Ergebnisse
Erwartet werden belastbare Schätzungen zur Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Leistungen nach § 113 Absatz 2 Nummer 4 SGB IX, die in Pflegefamilien leben. Darüber hinaus entstehen differenzierte Erkenntnisse zu ihrer Alters- und Geschlechterstruktur, zu Beeinträchtigungsformen, ergänzenden Leistungen, Betreuungsdauer und Kooperationsstrukturen. Die Ergebnisse werden in einem kompakten Abschlussbericht tabellarisch und grafisch aufbereitet, verständlich erläutert und für den fachlichen sowie politischen Diskurs nutzbar gemacht.